Von: Hannelore Barke [mailto:hannelore.barke@t-online.de]
Gesendet: Freitag, 8. März 2013 18:40
An: Hannelore Barke
Betreff: Fw: Eiskalt abserviert: CITES-Artenschutzkonferenz lehnt besseren Schutz für Eisbären ab
Mit herzlichen Grüßen
Hannelore Barke
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Subject: Eiskalt abserviert: CITES-Artenschutzkonferenz lehnt besseren Schutz für Eisbären ab
From: Pro Wildlife e.V. [mailto:mail@prowildlife.de]
Sent: jeudi 7 mars 2013 09:29
To: Pro Wildlife e.V.
Subject: Eiskalt abserviert: CITES-Artenschutzkonferenz lehnt besseren
Schutz für Eisbären ab
Presseinformation
Eiskalt abserviert
CITES-Artenschutzkonferenz lehnt besseren Schutz für Eisbären ab
Bangkok/München, 7. März 2013. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok
(Thailand) haben die Vertragsstaaten ein internationales Handelsverbot in
erster Instanz abgelehnt. Nur 38 Länder stimmten für den Eisbär, 42 dagegen,
bei 46 Enthaltungen (darunter die EU-Länder). "Die Hauptgefahr für den
Eisbären ist natürlich der Klimawandel, aber die zusätzliche Bedrohung durch
den internationalen Fellhandel hätte man heute ausschalten müssen",
kritisiert Sandra Altherr, die für die Artenschutzorganisation Pro Wildlife
an der Konferenz teilnimmt.
Als einziges Land erlaubt Kanada Jagd und Handel zu rein kommerziellen
Zwecken. Über 600 Eisbären wurden dort im letzten Jahr legal gejagt, zwei
Drittel von ihnen gingen in den internationalen Fellhandel.
Der Schutzantrag der USA scheiterte am Widerstand von Kanada und der EU. Ein
eigener Vorschlag der EU, der aus Sicht der Artenschützer nicht zum Schutz
des Eisbären beigetragen hätte, war zuvor ebenfalls gescheitert.
"Heute ist ein schwarzer Tag für den Artenschutz. Ein Handelsverbot hätte
jedes Jahr 400 Eisbären das Leben retten können", sagt Altherr, die mit
ihrer Artenschutzorganisation Pro Wildlife seit Monaten für das
Handelsverbot gekämpft hat. "Profitgier und politische Absprachen haben
erneut verhindert, dass eine aussterbende Art wie der Eisbär streng
geschützt wird - ein Armutszeugnis". Bereits auf der letzten
Artenschutzkonferenz in Doha 2010 war der strenge Schutz des Eisbären am
Widerstand Kanadas und der EU gescheitert. Gegner des Eisbären-Antrags
argumentieren, dass sie die USA für ihre Klimaschutz-Politik abstrafen
wollten. "Es ist kontraproduktiv, dass Differenzen beim Klimaschutz auf dem
Rücken der Eisbären ausgetragen wurden - dem Symboltier des Klimawandels",
so Altherr.
Während die EU auf der letzten CITES-Konferenz gegen den Antrag stimmte,
enthielt sie sich diesmal. Deutschland und die Mehrheit der EU-Staaten
hatten sich für den Eisbärenschutz ausgesprochen, doch Dänemark und wenige
andere Staaten blockierten ein positives Votum der EU, die auf der
Artenschutzkonferenz einheitlich abstimmen muss. Die EU-Kommission drängte
auf einen Alternativvorschlag, der jedoch den Handel mit Eisbären nicht
eingeschränkt hätte. "Die EU zeigte sich hier erneut undiplomatisch,
zerstritten und beschlussunfähig. Durch ihre Blockade trägt sie die
Hauptverantwortung für das Scheitern des Eisbärenschutzes", so die Pro
Wildlife-Sprecherin.
Schwarze Prognose für weiße Bären
Etwa 20 000 Eisbären gibt es weltweit noch. Wissenschaftler haben errechnet,
dass die Eisbärbestände bis 2050 allein aufgrund des Klimawandels um zwei
Drittel zurückgehen werden."Damit sind Eisbären laut CITES Definition
eindeutig vom Aussterben bedroht und der Handel mit ihnen sollte verboten
werden", so Altherr. In Kanada sind sieben der 13 lokalen Eisbärbestände
bereits rückläufig, trotzdem werden alle Bestände weiterhin bejagt.
Fellhändler und Trophäenjäger haben es auf große Tiere abgesehen, deshalb
sind rund 80 Prozent der geschossenen Tiere männliche, erwachsene Eisbären,
die für die Fortpflanzung fehlen. Der Eisbär-Experte Dr. Nikita Ovsyanikov
von der russischen Delegation betonte auf der Artenschutzkonferenz, dass der
legale Fellhandel den illegalen anheize - gerade in Russland merke man das:
Hier werden inzwischen 200 Eisbären jährlich gewildert und nicht wenige von
ihnen landen mit kanadischen Papieren im internationalen Handel.
Rekordpreise für Kaminvorleger aus Eisbärfell
Weil immer mehr Japaner, Europäer, Russen und Chinesen Eisbärenfelle kaufen,
hat der Jagddruck auf Eisbären in Kanada in den letzten Jahren stark
zugenommen. Bei Fellauktionen haben sich binnen fünf Jahren die Preise mehr
als verdoppelt, die Zahl verkaufter Felle gar vervierfacht. Etwa 20.000 Euro
erzielt das Fell eines großen Eisbären in Europa. Auch der Export ist seit
2007 deutlich angestiegen. "Ein einträgliches Geschäft für die Händler, aber
für die Eisbären wird es eng", sagt die Biologin Altherr.
Die heutige Entscheidung fiel im Fachausschuss, muss jedoch im Plenum
nächste Woche noch bestätigt werden. Die 16. Vertragsstaaten-Konferenz des
Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) findet vom 3. bis
14. März in Bangkok, Thailand, statt.
Über Pro Wildlife:
Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den
Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt
Pro Wildlife Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um
Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen
wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner
Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES) teil, um den Schutzstatus von
Wildtieren weltweit zu verbessern.
Pro Wildlife ist Mitglied des Species Survival Network (SSN), einem
Zusammenschluss von über 80 Verbänden weltweit, die sich dem Schutz
bedrohter Wildtiere und -Pflanzen verschrieben haben. Als Mitglied der
internationalen Bündnisse Shark Alliance und OCEAN2012 kämpft Pro Wildlife
gegen die Plünderung der Meere.
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Pressekontakt:
Dr. Sandra Altherr/Annette Sperrfechter
Pro Wildlife e.V.
Kidlerstr. 2
D-81371 München
in Bangkok erreichbar unter Tel. 0066 - 9 1209 5946
email:
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