Zuhause gefunden im Dezember 2012
Zitat:
Kaiyla – Weihnachten in Deutschland
„Wow Leute, hört mal: wenn ihr gelesen habt, auf welchem Weg ich bei der NfP-Freudenstadt gelandet bin, dann wisst ihr ja über mein genaues Vorleben Bescheid.
Meine Pflegemenschen, bei denen ich doch einige Wochen verbringen durfte, hat man ganz doll ins kalte Wasser hüpfen lassen. Sie hatten Urlaub in Kroatien gemacht und mich an der Kette entdeckt. Das fanden sie nicht so prickelnd. Die ganze Heimfahrt hat man sich Gedanken gemacht, was man mit so einem Hund machen könnte. Dann hatten sie die glorreiche Idee, bei einer der Nothilfen für nordische Hunde in Deutschland anzurufen und um Hilfe zu bitten. Die hat man auch versprochen und gebeten, man möge mich doch einfach da unten abholen und sie würden sich kümmern. Pustekuchen, das haben die nicht getan, obwohl meine jungen Pflegemenschen extra nochmals den weiten Weg gefahren sind, um mich denen zu übergeben. Von den Kosten will ich ja mal gar nicht sprechen, aber Kroatien ist ja auch nicht so grade mal um die Ecke.
Da war dann guter Rat teuer – erreichbar war diese Nothilfe nicht mehr für meine Menschen und die waren vom Tierschutz sehr enttäuscht. So haben sie sich das nicht vorgestellt. Unerfahren, noch nie einen Hund besessen und dann gleich so ein nicht sozialisiertes Malamuten-Mädel, das rein gar nichts kannte. Dann habe ich auch gleich noch versucht, denen gehörig auf der Nase herumzutanzen. Das kam wohl nicht so gut an und sie haben sich professionelle Hilfe geholt. Bei diesen Professionellen gibt es aber auch „solche“ und „solche“……. – und in ihrer Not wollten sie mich dann ins Tierheim bringen. Das wäre aber nur die letzte Lösung gewesen. Zum Glück haben sie es sich anders überlegt.Kayla
Irgendwie kamen sie dann auf die Leute von der NfP-Freudenstadt. Die haben dann versucht, Unterstützung zu geben. Zuerst nur verbal am Telefon, dann vertraglich und zum Schluss haben sie so für mich gesprochen, dass meine Pflegemenschen einverstanden waren, dass ich die Chance einer Vermittlung über deren Website erhalte.
Und nochmals Wowwww, eine Unmenge von Leuten haben sich gemeldet. Die meisten sind voll auf mein Aussehen abgefahren. Jeder sagt nämlich, dass ich eine ganz hübsche Hündin sei. Aber nur hübsch aussehen und sonst ein bisschen den Teufel im Leib, das geht ja gar nicht. Jeden Tag haben sie also mit mir geübt und es wurde auch immer besser mit meinem Verhalten. Aber Menschen, die noch nie einen Hund hatten und dann plötzlich mit einem Alaskan Malamute dastehen, die sind erst einmal hoffnungslos gefordert.
Jetzt mal unter uns: die haben das suuuper gemeistert. Man muss ja auch mich verstehen, dass ich nämlich gar nichts anderes kannte als den Garten und die Kette……wo sollte ich denn bitteschön all das plötzlich herhaben, was man Anstand und Erziehung nennt?
Langer Rede – kurzer Sinn – alle Interessenten mussten gecheckt werden und zum Schluss blieb nur noch eine Familie übrig. Und die wohnt gar nicht so sehr weit von meinen Pflegemenschen entfernt. Also auch in Bayern. Ich glaube, die hat der Himmel geschickt. Und die fanden mich ja ganz hübsch, aber in erster Linie fanden sie meine Beschreibung sehr interessant. Denn genau diese Beschreibung war es, die sie angesprochen hat. Ihr verstorbener Rüde hatte bei der Übernahme dasselbe Verhalten, wie ich es habe. Also kein Problem für diese Menschen.
Sie wollten mich dann unbedingt kennenlernen – klar, die Katze im Sack kauft keiner.
Zwei Wochen sollte es dauern, bis sie dann einen Besuch bei mir machten. Meine Pflegemenschen, ein bisschen die Pessimisten, was man ihnen nach all dem, was zuvor geschehen war, nicht verdenken kann, sahen dem Besuch kritisch entgegen. Die Leute von der NfP-FDS sahen es eher gelassen. Ich war ja nicht die erste problematische Malamuten-Dame, die umziehen sollte. Sie haben da an die Maja gedacht, die es auch nicht so einfach hatte, die richtigen Menschen zu finden und es dann doch so passiert ist.
Ich sage heute einfach, es war absolut „Bestimmung“, dass sich die andere Nothilfe nicht mehr um mich gekümmert hat. Das kam mir voll zugute.
KaylaAls die neuen Menschen gekommen sind, ging ich denen auch freudig und offen – ja, mit einem breiten Malamute-Grinsen, entgegen. Und sie fanden mich ne Wucht. Genau das, was sie an den Nordischen lieben – nicht nur den Sturkopf, auch die Eigenwilligkeit und was sonst noch so dazu gehört, es ist halt das nordische Wesen, das sie durch meinen Vorgänger so lieben gelernt haben. Bei mir kommt alles voll zum Tragen.
Und was soll ich euch sagen? Auch meine Pflegemenschen waren hellauf begeistert, denn sie fanden den Menschen-Besuch nicht nur sympathisch, sondern auch genial für mich.
Problemlos stieg ich ins Auto ein und ab ging die Post ins neue Zuhause. Dort eingezogen fühlte ich mich sofort rundherum wohl und tat so, als sei ich noch nie woanders gewesen.
Nein, man darf das nicht undankbar nennen, wenn ich so ohne Schwierigkeiten zu machen, mich gleich umorientiert habe. Etwas Angenehmes anzunehmen, das ist einfach. Meine Pflegemenschen hatten ja keinerlei Erfahrung und haben trotzdem so viel richtig gemacht.
Es hat mir auch furchtbar leid getan, dass beim Abschied dann die Tränen geflossen sind und ich möchte mich ganz lieb bei ihnen bedanken, dass sie mich aus meinem früheren Dasein erlöst haben.
Ich war schon eine harte Nuss und habe es ihnen nicht leicht gemacht. Aber plötzlich war ich dann WEG und es hat dann trotzdem was gefehlt.
Wenn mal viel Zeit vergangen ist, dann können sie mich ja besuchen und sie werden erstaunt sein, wie viel Fortschritte ich dann schon gemacht habe.
KaylaUnd meine neuen Menschen, die sind klasse, sie lassen mich erst mal „da sein“, „ankommen“, um dann zu entscheiden, wo man mit der Wegweisung für mich beginnen kann. Ich bin mir sicher, die schaffen, dass ich eines Tages auch so ein toller Kumpel bin, wie es die ganzen Jahre zuvor der Asko war, den sie leider gehen lassen mussten.
Also Leute – macht’s gut und ich melde mich mal wieder, wenn die Zeit reif dafür ist.
Und wie sagen die von der Nothilfe in Freudenstadt immer: es gibt für jeden Topf ein Deckelchen – wo sie recht haben, da haben sie recht…….und jetzt dürft ihr über meine erste Zeit im neuen Zuhause lesen – hier geht’s weiter…..“
„Mein Umzug in die Berge – schöner geht’ gar nicht mehr.
Achja, meine Berufung: schön aussehen, Chaos stiften und Menschen tot kuscheln.
OK, vor kurzer Zeit habe ich zwei lustige Menschen kennen gelernt. Die reden viel mit mir – so komisch in ganzen Sätzen.
Ich tu immer so, als wenn ich’s verstehe. Das finden die süß.
In meinem jetzigen Zuhause darf ich überall hin, so ganz ohne Geschirr und Leine. Das ist toll….was ich da so alles gefunden habe….. Nun ja, die lustigen Menschen haben mich wohl durchschaut. Nun steht alles Interessante sehr weit oben – schade!
Lange Spaziergänge durch tiefen Schnee haben die Zwei mit mir gemacht. Das war klasse.
Allerdings habe ich mir die ersten beiden Tage ziemlich die Pfoten abgefroren. Wusste nicht, wie meine Pfoten-Heizung funktioniert. Jetzt habe ich aber den Schalter gefunden. Nun laufe, renne, tobe und suhle ich mich im tiefen Schnee mit warmen, eisfreien Pfoten. SUPER – und selbst im eiskalten Fluss erreiche ich meine Betriebstemperatur. Dann drehe ich mal richtig auf, nur meinen Menschen hängt hinterher so komisch die Zunge vorne raus.
Auch müssen die nach dem Spaziergang immer schnell aufs Sofa, obwohl ich noch gerne mit meinem Ball und meiner quietschenden Giraffe „Willma“ durch die Wohnung toben möchte.
Ein bisschen Stress gibt’s nur mit anderen Wesen auf vier Beinen. Die kann ich so gar nicht leiden. Meine Menschen reden dann wieder mit mir, so lange Gefahr besteht und haben so einen blöden Korb für eine Schnauze – und wenn ich dann wieder freundlich drein schau, gibt auch ein Leckerchen. Ich glaub, das wird schon, die sind ja so geduldig und hartnäckig……
Wir alle freuen uns auf ganz viele tolle Jahre zu DRITT –
Danke an all die Menschen, die uns diesen gemeinsamen Weg ermöglicht haben.
Eure Kaiyla
Wir waren uns sicher, dass es die richtigen Menschen für Kaiyla gibt, auch wenn es ein wenig gedauert hat. Unser Danke geht an die beiden Pflegeeltern, wir bewundern euer Durchhaltevermögen, auch wenn es manche Situation gegeben hat, an der man fast scheiterte.
Ihr habt es super gemeistert und Kaiyla wunderbar begleitet.
Danke Familie M., dass Sie sich nicht durch Kaiylas Malamute-Verhalten beeindrucken ließen. Schon heute sind Sie ein tolles Team.